
Aufführungsrechte: Verlag der Autoren, Frankfurt am Main
Vorstellungen
Premiere: Donnerstag, 7. Mai 2026, 20.00 Uhr
Freitag, 8. Mai 2026, 20.00 Uhr
Samstag, 9. Mai 2026, 20.00 Uhr
Sonntag, 10. Mai 2026, 17.00 Uhr
Wo: Cafeteria im GZ Oerlikon, Gubelstrasse 10, 8050 Zürich
Katzelmacher zeigt, wie eine perspektivlose Gruppe ihre eigene Leere und Aggression in rassistischer Ausgrenzung eines griechischen Gastarbeiters kanalisiert – eine schonungslose Abrechnung mit Fremdenhass und gesellschaftlicher Kälte.
In Katzelmacher porträtiert Rainer Werner Fassbinder eine Gruppe gelangweilter Vorstadtbewohner, deren Leben von Alkohol, sinnlosen Gesprächen und emotionaler Kälte geprägt ist. Als der griechische Gastarbeiter Jorgos in ihre Mitte kommt, wird er zunächst ignoriert, dann verspottet und schliesslich zum Sündenbock für ihre eigenen Frustrationen – ein Spiegel der Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung. Das Stück entlarvt, wie die Gruppe ihre innere Leere und Perspektivlosigkeit durch Gewalt und Rassismus kompensiert, während Machtstrukturen und Unterdrückung – besonders gegenüber Frauen – ungebrochen bleiben.
Fassbinders schonungslose Gesellschaftskritik zeigt, wie schnell Ausgrenzung und Hass entstehen, wenn Menschen nach Schuldigen für ihr eigenes Scheitern suchen. Katzelmacher bleibt erschreckend aktuell, da es universelle Mechanismen von Fremdenhass und sozialer Isolation aufdeckt.
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Rainer Werner Fassbinder (1945–1982) – Ein revolutionärer Künstler zwischen Theater und Film
Rainer Werner Fassbinder war einer der radikalsten und produktivsten Künstler des 20. Jahrhunderts, der als Regisseur, Drehbuchautor und Theatermacher das deutsche Kino und Theater nachhaltig prägte. Als zentrale Figur des Neuen Deutschen Films setzte er sich in seinen Werken unerbittlich mit gesellschaftlichen Abgründen auseinander – Themen wie Macht, Ausgrenzung und emotionale Zerstörung durchziehen sein Schaffen. Sein Stil, geprägt von provokanter Gesellschaftskritik, melodramatischer Intensität und einer Mischung aus Hollywood-Ästhetik und europäischer Autorenfilm-Tradition, machte ihn zu einem unangepassten Chronisten der deutschen Nachkriegsgesellschaft.
Fassbinder begann seine Karriere im Theater, wo er 1967 das avantgardistische Antiteater gründete – ein Labor für politische und ästhetische Experimente, das bürgerliche Konventionen herausforderte. Seine Inszenierungen, oft chaotisch und exzessiv, spiegelten die Widersprüche der Gesellschaft wider und brachten Tabuthemen wie Fremdenfeindlichkeit (Katzelmacher, 1968) oder Unterdrückung auf die Bühne. Diese radikale Theaterarbeit prägte später auch seinen filmischen Stil: statische Kameras, geschlossene Räume und Dialoge, die wie Peitschenhiebe wirken.
Mit über 40 Filmen in nur 13 Jahren – darunter Meisterwerke wie Die Ehe der Maria Braun (1979) oder Berlin Alexanderplatz (1980) – schuf Fassbinder ein Werk, das bis heute weltweit studiert und gefeiert wird. Sein Einfluss reicht von Quentin Tarantino bis Wong Kar-wai, und seine Themen – Migration, Rassismus, soziale Isolation – sind aktueller denn je. Fassbinder starb 1982 mit nur 37 Jahren, doch sein Werk bleibt eine unversöhnliche Aufforderung, hinzusehen und gesellschaftliche Mechanismen zu hinterfragen.
Warum ist Fassbinder heute noch relevant?
Seine schonungslose Analyse von Macht, Ausgrenzung und menschlicher Verlorenheit trifft den Nerv unserer Zeit – ob in Debatten um Migration, soziale Ungleichheit oder die Suche nach Identität. Wie siehst du die Verbindung zwischen Fassbinders Themen und aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen?
Ensemble (in alphabetischer Reihenfolge)
Francesco Carbonaro: Instagram
Ella Fink: Instagram
Lena Maier Schauerte
Miaciela Martin: Facebook, Instagram
Stefanie Meister: Facebook, Instagram
Jeta Uka
Corinne Wittwer
Hinter den Kulissen
Kostüme, Requisiten und Maske: Ensemble
Regie, Dramaturgie, Licht und Produktion:
Marco Hausammann-Gilardi, Instagram, Facebook, LinkedIn, Xing
Regieassistenz: Nina Lenz
